5-Tage-Fahrt-Schweiz-Frankreich

 

31. Mai - 5. Juni 2018

 

Württemberg in Frankreich – Preußen in der Schweiz

Die Böblinger Museumsfreunde auf großer Fahrt

(Zum Vergrößern, bitte auf die Bilder klicken)

 

Unter Leitung von Uta und Günter Scholz machten sich 53  Museumsfreundinnen und Museumfreunde auf den Weg zur 5- Tagefahrt nach Frankreich und in die Schweiz. Erstes Reiseziel war Montbéliard an der Burgundischen Pforte. Die ehemalige Grafschaft Mömpelgard gehörte fast 400 Jahre zu Württemberg. Die Barben auf dem alten Württemberg-Wappen erinnern daran. In den Besitz fern der Stammlande gelegenen Herrschaft kam das Haus Württemberg 1397. Graf Eberhard der Milde verlobte damals seinen minderjährigen Sohn Eberhard IV. mit der ebenfalls minderjährigen Henriette, Erbtochter der aussterbenden Grafen von Mömpelgard  Nach seiner Vertreibung aus dem Land suchte Herzog Ulrich 1519 Zuflucht in Mömpelgard. Er residierte dort bis 1526 und bereitete den Boden für die Reformation. In Konkurrenz mit den Lehren von Zwingli und Calvin setzte sich das Luthertum durch. Die Mömpelgarder Geistlichen wurden im Evangelischen Stift in Tübingen ausgebildet. Der Baumeister Heinrich Schickhardt aus Herrenberg erneuerte die Stadtbefestigung, errichtete die Martinskirche und den Schwabenhof.

 

Übernachtet wurde in der Festungsstadt Belfort am Fuß der Steinfigur des mächtigen Löwen. Auf der 85 km langen Autobahn „Transjurane“ wurde am nächsten Morgen die herbe Gebirgslandschaft des Schweizer Juras durchquert. Die nach einer Bauzeit von 30 Jahren 2017 eröffnete neue Autobahn mit 33 Tunneln und Galerien sowie 20 Viadukten ist ein Meisterwerk moderner Straßenbautechnik. Zügig erreichte man so das heitere Weinland am Bieler See.

 

In Neuchatel erlebten die Museumsfreunde ein weiteres Kuriosum. Die Reichsgrafschaft Neuenburg und ihre Hauptstadt am See mit südlichem Flair war seit 1707  Besitz des Königs von Preußen. Seit 1814 war Neuchatel zugleich Schweizer Kanton. Unter der preußischen Herrschaft, die 1857 endete, entwickelte sich die Textil- und Uhrenindustrie. Nach Preußen wurden  hochgewachsene Garde-Schützen und Sekt exportiert.

 

Die Museumsfreunde vor der Stadtsilhouette von Neuchatel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Standplatz der Museumsfreunde in der Schweiz war Lausanne, „Hauptstadt der Olympischen Bewegung“. In Genf ging man den Spuren von Johannes Calvin nach. Er machte die Stadt seit 1541 zum Zentrum des Reformierten Bekenntnisses. An seine Glaubensstrenge erinnert die schmucklose Kathedrale St. Peter ohne Altäre und Bilder. Auf dem monumentalen Reformationsdenkmal (1909-1917) steht vor einer  Steinwand der sittenstrenge Reformator, umgeben von drei Mitstreitern. Bei einer Stadtrundfahrt konnte die Gruppe einen Blick auf die Gebäude der zahlreichen internationalen Organisationen werfen; seit 1864 ist Genf Sitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Von 1920-1946 war es Sitz des Völkerbundes. Danach wurden die Gebäude von den Vereinten Nationen übernommen. Es blieb noch Zeit für einen Bummel auf der mondänen Seepromenade mit Aussicht auf die 140 m hohe Fontäne.

 

Auf dem Programm stand auch ein Besuch des trutzigen Schlosses Chillon, erbaut auf einer Felseninsel im Genfer See vor malerischer Alpenkulisse. Im Burgverlies wurde 1530-1536 der Genfer Freiheitskämpfer Bonivard durch den Herzog von Savoyen gefangen gehalten. Seine Kerkerhaft inspirierte den englischen Dichter Lord Byron zu seinem Gedicht

 

„ Der Gefangene von Chillon“.

 

An den Genfer See zog es seit dem 19. Jahrhundert Menschen aus aller Welt, so auch Charlie Chaplin. Die Villa hoch über dem See, in der er bis zu seinem Tod 1977 mit seiner Familie lebte, wurde mit der 2016 eröffneten „Chaplin’s World“ zum Museumsmagneten. Das Lebenswerk des unvergessenen Schauspielers und Pantomimen wird dort lebendig präsentiert. Die Reise rundete eine Stadtführung durch Lausanne ab.

Die Museumsfreunde vor Schloss Chillon am Genfer See.

 

 

 

 

 

 

 

 

Günter Scholz