5-Tage-Frühlingsfahrt nach Südtirol

 

14.-18. Mai 2017

 

Natur, Kultur und Speckbrot

Die Böblinger Museumsfreunde in Südtirol

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Zu einer 5 Tage-Frühlingsfahrt nach Südtirol brachen 41 Böblinger Museumsfreunde unter Leitung von Uta und Günter Scholz auf. Sie hatten dafür eine der schönsten Jahreszeiten gewählt: auf den Alpengipfeln lag noch Schnee, im Tal entfaltete sich eine üppige Blütenpracht. Ihrem Motto entsprechend „Kultur aktiv erleben“ gingen die Museumsfreunde vor allem der Kunst und Geschichte nach. Tirol war einst ein Kernland der Habsburger Monarchie. Südtirol wurde nach dem Ersten Weltkrieg italienisch, heute ist es eine autonome Provinz Italiens. Auf der Hinfahrt wurde eine Stippvisite in Innsbruck eingelegt, Lieblingsort von Kaiser Maximilian I., „dem letzten Ritter“. Der Stadt schenkte er das Wahrzeichen des „Goldenen Dachls“. Der Weg nach Südtirol führte über den Brennerpass. Das Land war stets eine Drehscheibe von Verkehr und Handel sowie ein Schnittpunkt deutscher und italienischer Kultur. Seinen Reichtum verdankte es auch den Bodenschätzen. Davon zeugt die Bergbaustadt Sterzing mit stattlichen Bürgerhäusern.

Standplatz der Böblinger Gruppe war Meran, mit mediterranem Klima seit 1855 Kurstadt. Zu ihren Gästen zählte Kaiserin Elisabeth (Sisi) von Österreich.

Sie logierte im malerisch gelegenen Schloss Trauttmansdorff, heute ist darin das anschaulich gestaltete Tourismus-Museum untergebracht. Der weitläufige Park wurde 2005 zum „schönsten Garten Italiens“ gekürt. Auch die Museumsfreunde nutzten die Wellness-Einrichtungen von Meran. Bis zur Verlegung der Residenz nach Innsbruck (1420) war es Hauptstadt des Landes, das seinen Namen nach der hoch über der Stadt gelegenen Burg Tirol erhielt. Mit romanischen Portalen und Fresken der Schlosskapelle ist sie ein kunstgeschichtliches Kleinod. Auf der Burg Tirol schaltete und waltete im 14. Jahrhundert die Gräfin Margarete Maultasch. Als 12jährige wurde sie, damals keine Seltenheit, mit dem 8jährigen Königssohn Johann Heinrich von Böhmen verheiratet. Mit 23 Jahren setzte sie ihren ungeliebten Ehemann kurzerhand vor die Tür. Kaiser Ludwig der Bayer erklärte die Ehe für nichtig, Margarete heiratete darauf dessen Sohn. Doch der Papst erkannte die zweite Ehe nicht an und verhängte den Kirchenbann über die resolute Gräfin. Da sie ohne Erben war, übergab sie 1363 Tirol an die Habsburger. Von ihren Gegnern wurde Margarete  als Mannweib diffamiert. Den Beinamen „Maultasch“ erhielt sie wegen ihres angeblich entstellten Mundes, in Wirklichkeit war sie eine ausgesprochene Schönheit. Besichtigt wurde auch die Burg Runkelstein. Sie ist mit einzigartigen Wandmalereien ausgeschmückt, u.a. mit Szenen aus Tristan und Isolde. Auch für das leibliche Wohl war auf der Burg bestens gesorgt, mit Knödelsuppe, Vintschgauer Speckbrot und Tirolerwein.

Auf dem Programm stand ferner Bozen, heute Hauptstadt von Südtirol, im Mittelalter Handelszentrum zwischen Venedig und Augsburg.

Im Lutherjahr 2017 war der Besuch von Trento von besonderer Aktualität.

Die Stadt war 1545-1563 Schauplatz des Trienter Konzils – Antwort der katholischen Kirche auf die Reformation. In den Konzilsdekreten hielt sie an ihren Dogmen fest. Der Zölibat wurde bis heute festgeschrieben. Das Konzil stellte auch die Weichen für die innere Erneuerung der katholischen Kirche, u.a. mit der Verbesserung der Priesterausbildung. Neben dem Dom beeindruckten die Museumsfreunde die Renaissance- und Barockpaläste der Bischofsstadt. Die Exkursion bot Geschichte und Kultur in reicher Fülle. Sie endete in Brixen, wo im frühen Mittelalter die Christianisierung des Landes begann.

 

Ehepaar Scholz