5 Tagefahrt „Die Niederlande und ihre goldene Zeit“

vor dem Friedenspalast in Den Haag

25. Juni:

Die Niederlande und ihr Goldenes Zeitalter

Museumsfreunde Böblingen auf großer Fahrt

 

Die Jahresexkursion der Böblinger Museumsfreunde hatte in diesem Jahr die Niederlande zum Ziel. Auftakt der 5 Tagefahrt unter Leitung von Uta und Günter Scholz war das eindrucksvolle Ensemble von 19 Windmühlen bei Kinderdijk - heute Weltkulturerbe. Die Windmühlen betrieben Pumpanlagen und dienten so der Trockenlegung des Landes, das zu einem Viertel unter dem Meeresspiegel liegt.

 

Standort der Fahrt war Rotterdam. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt bei einem verheerenden deutschen Luftangriff am 14. Mai 1940 dem Erdboden gleichgemacht. Nach dem Krieg, besonders in den letzten Jahrzehnten, entstand eine moderne Stadt mit imposanter moderner Architektur („Manhattan an der Maas“). In der Erasmusstadt, wo der bekannte Humanist geboren wurde, stand auch eine Hafenrundfahrt auf dem Programm - der Europoort ist heute der drittgrößte Hafen der Welt und rangiert damit weit vor Hamburg.

 

Schwerpunkt der Fahrt war das „Goldene Zeitalter“ der Niederlande. Nach einem blutigen Freiheitskampf sagten sich die sieben nördlichen Provinzen des Landes von der spanischen Herrschaft los. In der 1581 gegründeten Republik der Vereinigten Niederlande herrschten religiöse Toleranz sowie Meinungs- und Pressefreiheit. Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden, vor allem Juden und Hugenotten, brachten handwerkliches Können, z.B. die Diamantenschleiferei, und Übernehmergeist ins Land. Durch exzellente Schiffsbaukunst wurden die Niederlande zur See- und Handelsmacht. Das Land erlebte eine Blüte von Kunst und Kultur.

 

Bei den Museumsfreunden stieß der niederländische Freiheitskampf auf besonderes Interesse, steht doch das Thema Freiheit im Mittelpunkt des von ihnen geförderten Böblinger Bauernkriegsmuseums. In Delft mit malerischen Grachten und Brücken wurde das Grabmal des dort ermordeten Freiheitskämpfers Wilhelm von Oranien besichtigt, für die Holländer „Vater des Vaterlandes“.

 

Ein ganzer Tag war den Highlights der niederländischen Kunst in Amsterdam gewidmet. Im wieder eröffneten Rijksmuseum sind die Meisterwerke von Rembrandt  wie die „Nachtwache“ ebenso wie Bilder von Jan Vermeer und Frans Hals durch die museale Neugestaltung bestens präsentiert. Das Vincent van Gogh Museum enthält die weltweit größte Sammlung der Werke des Künstlers. Bei soviel Kunst bot eine Grachtenfahrt Entspannung.

 

Am vierten Tag wurde Den Haag besucht, Regierungssitz und Residenz der Königsfamilie. Der Friedenspalast vom Anfang des 20. Jahrhunderts ist Sitz des Internationalen Gerichtshofs. Bei einer Stadtrundfahrt sahen die Museumsfreunde auch den Internationalen Strafgerichtshof. Ein Bummel durch die malerische Universitätsstadt Leiden und ein kleiner Strandspaziergang im Seebad Scheveningen rundeten das Programm ab. Am letzten Tag ging es über die Europastadt Maastricht zurück nach Böblingen. Die Museumsfreunde haben ein Land mit reicher Geschichte, aber auch mit einer lebendigen Gegenwart kennen und lieben gelernt.