Ausfahrt Bremen-Bremerhaven-Worpswede

 

2. - 5. Juli 2016

 

Geschichte und Kunst auf Schritt und Tritt –

die Museumsfreunde Böblingen in Bremen, Bremerhaven und Worpswede

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Nach ihrer Reise zu den Lutherstätten vor wenigen Wochen gingen die Böblinger Museumsfreunde unter Leitung von Uta und Günter Scholz auf eine 5-Tagefahrt. Ziel war Bremen, Hauptstadt unseres kleinsten Bundeslandes, aber Schauplatz großer Geschichte. Seit 1358 war Bremen, verkehrsgünstig an der Weser gelegen, führendes Mitglied der Hanse. Die Vereinigung niederdeutscher Kaufleute betrieb Fernhandel im Ostseeraum und weit darüber hinaus.

Vom Reichtum der Hanse zeugt noch heute das repräsentative Rathaus. In der 40 m langen Oberen

vor dem Roland in Bremen

Rathaushalle mit ornamentierter Holzdecke und üppigen Wandgemälden findet seit 1545 alljährlich die Schaffermahlzeit statt, einst feierliches Abschiedsessen, bevor die Kaufleute und Kapitäne nach der Winterpause wieder auf große Fahrt gingen. Heute ist das Schaffermahl ein begehrtes Event für 300 Vips . Auch die Museumsfreunde speisten an historischer Stätte im Rathauskeller, dem der junge schwäbische Dichter Wilhelm Hauff mit seinen „Phantasien im Bremer Ratskeller“ 1827 ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Die Fresken des Malers Max Slevogt erinnern daran.
Vom Bürgersinn der Hanseaten zeugt das bauliche Ensemble der Böttcherstraße. Der Kunstmäzen Ludwig Roselius, Gründer der Fa. Kaffee HAG, kaufte das vom Verfall bedrohte Viertel auf, in dem früher Wein- und Heringsfässer hergestellt wurden, und verwandelte es in ein Kleinod, u.a. mit dem „Haus Atlantis“.

Bei einem kurzweiligen Rundgang wurde der „Schnoor“ erkundet, ein idyllischer Winkel mit anheimelnden Häuschen, die wie auf einer Schnur aufgereiht sind. Heute angesagtes Szeneviertel, lebten im Schnoor früher Schiffer, Tagelöhner, Handwerker und „Badefrauen“.

 

Für den Schiffsverkehr nach Übersee wurde 1827 an der Wesermündung Bremerhaven gegründet, Drehscheibe der Massenauswanderung aus Europa. Von Bremerhaven aus traten ca. sieben Millionen Menschen die Schiffsreise in die „Neue Welt“ an, vor allem die USA. Im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven erlebten die Museumsfreunde, mit eindrucksvollen Inszenierungen, hautnah die Schicksale der Emigranten: die Trauer des Abschieds, die Gefahren auf überfüllten Schiffen mit Krankheit und Tod sowie Bangen und Hoffen. Vor Ort konnten sich die Besucher anhand der Auswandererkarteien auf Spurensuche nach Vorfahren begeben. Auch von Böblingen aus kehrten im 19. Jahrhundert viele der Alten Welt den Rücken.


Im Malerdorf Worpswede tauchten die Museumsfreunde in die Kunst ein. Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Paula Modersohn-Becker, Clara Westhoff, verheiratet mit Rainer Maria Rilke, und viele andere ließen sich ab 1889 hier nieder. Sie lehnten sich gegen den etablierten Kunstbetrieb der Akademien auf mit dem Slogan: „Nieder mit den Professoren und Lehrern, die Natur ist unsere Lehrerin“. Besonders beeindruckt waren die Museumsfreunde vom Barkenhoff, Wirkstätte des Künstlers Heinrich Vogeler.

 
in Worpswede vor dem Barkenhoff von Heinrich Vogeler


Die Hin- und Rückfahrt wurde durch Stippvisiten in der Bischofsstadt Hildesheim und der Fachwerksstadt Hann. Münden aufgelockert.