Bericht Türkei-Rundreise

Dienstag, 9. Juni - Samstag 20. Juni 2015

 

Mit der Seilbahn in die Antike

Die Böblinger Museumsfreunde auf Türkeireise

Amphitheater in Pergamon

Amphitheater in Pergamon

Die Jahresexkursion 2015 war die weiteste und vielleicht auch interessanteste Fahrt, die von den Museumsfreunden bislang unternommen wurde. Unter Leitung von Uta und Günter Scholz machten sich 29 von ihnen mit dem Flieger auf den Weg in die Türkei. Unterstützt von einem türkischen Reisebegleiter vor Ort, brachen sie von Antalya an der südlichen Mittelmeerküste zu einer 12tägigen, 3500 km langen Busrundreise auf. Erleichtert wurde die Fahrt durch das gut ausgebaute Straßennetz.

 

 

 

Reichtum von Natur und Kultur

Die Museumsfreunde erlebten die Türkei als Land von atemberaubender Naturschönheit, mit traumhaften Meeresstränden, Salzseen, mächtigen Gebirgsmassiven, tief eingeschnittenen Tälern, mit bizarren Tuffkegelformationen in Kappadokien und den Kalksinterterrassen von Pamukkale. Die Fahrt führte  durch Olivenhaine, Baumwoll- und Reisfelder sowie fruchtbare Obst-, Gemüse- und Weinbaugebiete.

Faszinierend war der Reichtum an Kunst und Kultur. Kleinasien war stets ein Brennpunkt der Geschichte, mit einem Kommen und Gehen der Völker. Den Hethitern im 2. Jahrtausend v. Chr. folgten u. a. Perser, Griechen, Römer, Byzantiner und seit 1300 n. Chr. die Osmanen.

Auf ihrer Reise überquerten die Böblinger den Fluss Saleph, in dem 1190 ihr schwäbischer Landsmann Kaiser Friedrich Barbarossa während des dritten Kreuzzugs ertrank. In Kappadokien beeindruckte die unterirdische Höhlenstadt Derinkuyu, wo bei Feindesgefahr bis zu 20 000 Menschen Zuflucht gefunden haben sollen. Vom frühen Christentum zeugten die Höhlenkirchen von Göreme mit ihren Wandmalereien

Der modernen Türkei begegneten die Böblinger  in Ankara, seit 1923 Hauptstadt. Auf dem Programm stand das Mausoleum von Mustafa Kemal Atatürk, Begründer der modernen Türkei. Nach dem Ende des Osmanischen Reiches hat er zahlreiche Reformen durchgeführt. So ließ er u.a. die arabische Schrift durch das lateinische Alphabet ersetzen.

Ein Highlight war Istanbul mit der Hagia Sophia, der Blauen Moschee und dem Topkapi-Sultanspalast. Eine eigens für die Teilnehmer arrangierte abendliche Schifffahrt auf dem Bosporus war ein unvergessliches Erlebnis .

 

Partnerstadt Bergama: glanzvolle Geschichte und lebendige Gegenwart

Trajantempel in Pergamon
Trajantempel in Pergamon

Die drei letzten Reisetage waren der Antike gewidmet, mit Führungen in Troja und Ephesos. Ein Höhepunkt für die Böblinger war die Partnerstadt Bergama/ Pergamon. Aus der lebendigen Gegenwart der Stadt mit ca. 60 000 Einwohnern ging es mit Fahrstuhl und Seilbahn in die ferne Vergangenheit des antiken Pergamon. Bequem konnten die Museumsfreunde so einige hundert Höhenmeter bewältigen, verbunden mit einem Zeitsprung von 2 500 Jahren. Markant erhebt sich der Burgberg, die Akropolis. Überwältigend ist der Blick auf die fruchtbare Ebene und die umliegenden Gebirgszüge. In der Ferne ahnt man das Ägäische Meer. Unter den Nachfolgern von Alexander dem Großen, den Diadochen, wurde Pergamon zum glanzvollen Zentrum hellenistischer Kultur. Dort soll auch das Pergament erfunden worden sein, zu einer Zeit, als es Böblingen noch längst nicht gab und die Schrift unbekannt war. Auch wenn vom berühmten Pergamonaltar, der sich heute in Berlin befindet,  nur noch die Fundamente zu sehen sind, ist die Geschichte allgegenwärtig, z.B. mit dem steilsten Theater der Welt, das auf 80 Sitzreihen 10000 Plätze bot , oder den Resten des Trajantempels .

Nach so viel Geschichte begrüßte im modernen Bergama von heute Bürgermeister Kayhaoglu die Gruppe. Dr. Scholz überbrachte Grüße aus Böblingen. Gastgeschenke wurden ausgetauscht und in Tischreden wurde an das im Jahr 2017 anstehende 50jährige Jubiläum der Partnerschaft erinnert, möge sie lange, ja „ewig“bestehen.

In Bergama und im ganzen Land durften die Museumsfreunde die türkische Freundlichkeit und Gastlichkeit erleben. Dafür sagten sie am Ende:

teşekkür ederim – danke!

 

Dr. Günter Scholz

Museumsfreunde vor dem Trajantempel (zum Vergrössern auf das Bild klicken)