Besuch der Lutherstätten

 

2. - 5. Juni 2016

 

Vor dem Jubiläumssturm:

Die Museumsfreunde besuchen die Lutherstätten

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Eine Nasenlänge voraus waren die Museumsfreunde Böblingen bei ihrer 4-Tagefahrt zu den Lutherstätten in Sachsen-Anhalt und Thüringen unter Leitung von Uta und Günter Scholz. Noch vor der offiziellen Wiedereröffnung durch Bundespräsident Gauck und Königin Margarethe II. von Dänemark am 2. Oktober dieses Jahres durften die Museumsfreunde die umfassend restaurierte Schlosskirche der Lutherstadt Wittenberg besichtigen. Von Luthers Gönner, Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen erbaut, wurde sie zur Mutterkirche der Reformation. Luther soll am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die „Thesentür“ angeschlagen haben, mit denen er die Reformation auslöste. Allerdings werden die Hammerschläge des Reformators inzwischen mehr und mehr angezweifelt. In der Schlosskirche haben Luther und sein Weggefährte Philipp Melanchthon ihre letzte Ruhe gefunden.

 

  

 

Auf dem Programm stand ferner das Wittenberger Lutherhaus, einst Kloster der Augustinereremiten, heute das bedeutendste reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Luther lebte dort als Mönch, nach seiner Heirat 1525 schaltete und waltete dort seine Frau Katharina von Bora. „Herr Käthe“, wie Luther sie nannte, führte einen großen Haushalt, versorgte die Kinder und Pflegekinder, bewirtete Logiergäste, braute Bier und betrieb Landwirtschaft. In der noch erhaltenen Lutherstube hielt der Reformator nach den Mahlzeiten seine berühmten Tischreden, in denen er über Gott und die Welt sprach. Sie stehen im Mittelpunkt des Buches von Günter Scholz, „Martin Luther – Habe ich nicht genug Tumult ausgelöst ?“, das im August 2016 im C.H.Beck-Verlag, München erscheint. Im Bus gab der Autor kurzweilige Kostproben aus seiner Schrift. Daneben informierten kundige Führer die Museumsfreunde vor Ort.


Begonnen hatte die Fahrt in Erfurt, wo Luther 1501-1505 an der Universität das akademische Grundstudium absolviert hatte. Im Juli 1505 trat er in das Augustinerkloster der Stadt ein, die Museumsfreunde warfen einen Blick in seine rekonstruierte Mönchszelle. Weitere Ziele waren Eisleben, wo Luther 1483 geboren wurde und 1546 starb; ferner Halle an der Saale, Geburtsort des Komponisten Georg Friedrich Händel. Die Moritzburg von Halle war Lieblingsresidenz des prunkliebenden Kardinals Albrecht von Mainz, geistlicher Oberhirte und Gegner Luthers in der Reformation.


Die Fahrt mit vielen anschaulichen Einblicken in die bewegte Zeit der Reformation klang aus in Luthers „lieber Stadt“ Eisenach und auf der Wartburg. Nach dem Wormser Reichstag fand er dort Zuflucht. Er übersetzte das Neue Testament ins Deutsche – mit seiner Bibelübersetzung schuf er das Fundament der neuhochdeutschen Sprache.