
Drei Werke aus der Sammlung der Staatsgalerie zum österlichen Themenbereich waren der Anlass einer sehr kenntnisreichen Führung der Kunsthistorikerin Andrea Welz.
Die Entstehung des Herrenberger Altars (1519) fällt in die Zeit der Bauernunruhen. Ratgeb malte das Ostergeschehen in farbenfrohem, expressivem Stil, auch mit einigen provokanten Szenen. Deshalb verkauften die Herrenberger das Werk in den Jahren um 1900 nach Stuttgart, für 5000 Mark. Heute wäre es unbezahlbar.
Max Beckmanns großes Gemälde „Auferstehung“ entstand 1916 im Ersten Weltkrieg, Beckmann war als Soldat an der Front und litt psychisch sehr unter dem Krieg. Sein Gemälde thematisiert die Schrecken des Krieges. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man Motive, die auf die Auferstehung hinweisen.
Auch Beuys zeigt in seinen beiden Werken das Ostergeschehen mit kritischem Blick auf seine Zeit. So werden in seiner kleinen Installation „Kreuzigung“ (1962) Maria und Johannes durch Blutkonserven in Flaschenform dargestellt. Der „Friedenshase“ (1980), gefertigt aus einer eingeschmolzenen Zarenkrone, macht aus einem Symbol der Macht ein Symbol des Friedens.
Anschließend konnten wir uns im Restaurant „Plenum“ bei Kaffee und Kuchen noch etwas austauschen.
Gerda Lehmann


