Berichte der letzten Fahrten/Veranstaltungen

Böblingen vor 100 Jahren - mit Bildern des Malers Fritz Steisslinger

am 5. September 2021

Viele wunderbar farbenfrohe Bilder mit Böblinger Motiven lassen die Verbundenheit des Malers Fritz Steisslinger, der 1922 an den Tannenberg gezogen war, mit seiner Wahlheimat Böblingen erkennen.

Hans-Jürgen Sostmann
Frederica Steisslinger (Schiegertochter von Fritz Steisslinger)

In einer Bilderschau zeigten Corinna Steimel, Frederica Steisslinger und Hans-Jürgen Sostmann, ein guter Kenner der Böblinger Stadtgeschichte, wie sich Böblingen in jener Zeit von einem ländlich geprägten Städtchen zu einem angesagten Wohnort wandelte und wie Fritz Steisslinger die Situation künstlerisch verarbeitet hat.
Seine teils im expessionistischen, teils im eher realistischen Stil gemalten Bilder sind ausdrucksstarke Zeugnisse vom Böblingen der 1920er und 30er Jahre.

Corinna Steimel zeigt die Wandlungen von Böblingen
Gerda Lehmann bedankt sich bei Frederica Steisslinger

Gerda Lehmann

Kunst unterhaltsam erleben -
Werkstattbesuch der Museumsfreunde Böblingen bei Gérard Krimmel

am 4. und 23. August 2021

Ein Termin war angesetzt. Zwei komplett ausgebuchte kamen zustande. Museumsfreundinnen, Museumsfreunde und weitere Gäste wollten diesen Maler näher kennenlernen. In der Zehntscheuer ist er wiederholt auf Sonderausstellungen mit Arbeiten zum Bauernkrieg hervorgetreten, zuletzt in „5Vor!“. Die Sammlung des Deutschen Bauernkriegsmuseums Böblingen hat wichtige Werke Krimmels im Bestand. Kulturamtsleiter Günter Scholz hatte ihn vor Jahren für die Zusammenarbeit entdeckt und animiert. Hinter dem „Blauen Tor“ in Weil im Schönbuch tat sich nun den neugierigen Museumsfreunden eine um Vieles weitere Bilderwelt auf. Von Abstrakt bis Figurativ, von Landschaft bis Porträt, zu sehen sind Grenzerfahrungen, Impressionen und Zeugnisse einer geradezu experimentellen, vom Stofflichen der Motive und der Malmittel ausgehenden Malweise. In seiner Werkstatt zwischen unzähligen Utensilien gab der Künstler, der ja zugleich Musikprofi ist, einen humorvollen Einblick in seine malerischen Übungen mit Farben. „Etüden“ nennt er die Blätter, auf denen er sich „einspielt“, wenn er oft ohne Plan die Werkstatt betritt und dann schaut, was sich entwickelt. Das Scheitern gehöre zum kreativen Prozess, belohne aber gerade mit einer Erfahrung, die im Weiteren zum Gelingen beitrage.

Gérard Krimmel erklärt

Durch kleinen Imbiss gestärkt, sahen sich die Museumsfreunde sodann in der Ausstellung um. Sie erstreckt sich über drei Ebenen in einem ehemaligen Scheunengebäude. Das einzigartige Ambiente lässt die Kunstwerke regellos und in Gruppen auftauchen, lädt zum Verweilen, Sinnieren und Blättern ein und überrascht immer wieder mit Entdeckungen und Raumdurchblicken. Dabei tauchen, je höher man steigt, desto mehr Arbeiten von Linda Krimmel auf. Auch diese erobern mit Witz und vielerlei Skulpturenspiel das Bildgedächtnis der Besucherinnen und Besucher. Kunst in Gespräch und Austausch unterhaltsam erleben, so das Motto von Konrad Heydenreich, Vorsitzender der Museumsfreunde und Organisator beider Führungen hinter dem Blauen Tor bei Gérard Krimmel in Weil im Schönbuch.

Konrad Heydenreich

Besuch des jüdischen Friedhofs in Baisingen und Konzerte in Oberschwandorf

am 20. und 22. Juli 2021

Bei einer Führung über den jüdischen Friedhof und in der Synagoge in Baisingen wurde das Schicksal der Juden, die seit dem 17. Jahrhundert bis zum Holocaust dort lebten, anschaulich aufgezeigt.
 
       

                                                                 Jüdischer Friedhof Baisingen             Synagoge Baisingen Laubhütte

Der zweite Programmpunkt war ein Kammermusik-Konzert in der Atelier-Scheune von S.H. Pöllmann in Oberschwandorf, mit klassischen Stücken für Klavier und Geige, gespielt von jungen Pianisten und S.H. Pöllmann, Geige. Zwei eindrucksvolle Erlebnisse!

Gerda Lehmann

Bericht vom Podiumsgespräch mit OB Dr. Stefan Belz “Kultur in/für Böblingen“

am 1. Juli 2021, 19 Uhr im Württembergsaal der Kongresshalle

Dank der günstigen Corona-Entwicklung konnte das Gespräch über „Kultur in/für Böblingen“, das Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz den Mitgliedern der beiden Fördervereine der Galerie und des Bauernkriegsmuseums angeboten hatte, am 1. Juli im Württembergsaal der Kongresshalle stattfinden. Die Vereine hatten Dr. Belz um diese Veranstaltung gebeten, weil ihnen eine zeitgemäße Weiterentwicklung ihrer Museen, die bislang wegen der beengten Raumverhältnisse kaum möglich war, am Herzen liegt. Moderiert wurde die Veranstaltung von zwei Kulturexperten der Initiative „Museum neu denken“, die Andreas Wolfer, Organisator der Veranstaltung, eingeladen hatte. Viele interessierte Mitglieder nahmen dieses Angebot gern wahr, um zu erfahren, welchen Stellenwert Dr. Belz der Kultur in Böblingen beimisst, und um ggf. neue Trends in der Museumsentwicklung kennenzulernen.

Moderatorin Sarah Dahme und OB Dr. Stefan Belz

Zu Beginn der Veranstaltung kamen die Mitglieder zu Wort, die viele gute Anregungen vorbrachten: Es sei zu überlegen, wie man mehr Besucher in die Museen locken könne, insbesondere Kinder und Jugendliche. Auch brauche man mehr Räumlichkeiten, die sich für Veranstaltungen eigneten und in denen sich die Mitglieder und andere Interessierte treffen könnten. Beide Museen seien wichtig für Böblingen, sowohl das Bauernkriegsmuseum, denn eine zukunftsorientierte Stadtgesellschaft brauche die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte, als auch die Galerie mit ihrem thematischen Schwerpunkt „Stuttgarter Sezession“, der es verdiene, zukünftig noch stärker ausgebaut zu werden.


Dr. Belz hatte ein offenes Ohr für die Wünsche und Anregungen der Mitglieder: Der entscheidende Anfang sei gemacht mit der groß angelegten Erarbeitung der Museumskonzeption und der gründlichen Diskussion im Gemeinderat. In einer Machbarkeitsstudie würden zurzeit von der Verwaltung die möglichen Standorte der beiden Museen der Zehntscheuer untersucht. Abgesehen von den Raumfragen sei es jetzt wichtig, neue Ansätze und Präsentationsformen im Museumsangebot und in der Museumsarbeit zu finden und gemeinsam zu diskutieren, am besten in einem „Forum“, das – so die Moderatorin – zunächst auch ein „Runder Tisch“ sein könne.

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass es an Ideen für die Böblinger Kulturarbeit nicht mangelt. Die Offenheit im Gespräch und in der Diskussion zeigte, dass die Kulturpolitik in Böblingen auf einem guten Weg ist und dass das Engagement der Bürger diesen Weg weiter unterstützen sollte.

Gerda Lehmann

Zoom-Vortrag mit Andrea Welz "Auf den Spuren von Banksy in Paris"

"Banksy in Paris": Zoom-Führung am 29.4.21

In ihrem Vortrag berichtete die Kunsthistorikerin Andrea Welz über Graffitis des berühmten Streetart-Künstlers Banksy, die im Jahr 2018 an verschiedenen Hauswänden in Paris aufgetaucht waren: mal zeigten sie Ratten, spielerisch oder rätselhaft, mal Menschen im Kontext von politisch-gesellschaftlichen Problemen.
Banksy, der heute mit seinen Bildern auf dem internationalen Kunstmarkt Höchstpreise erzielt, unterstützt mit den Erlösen karitative Organisationen und Einrichtungen.

Von den zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde der Vortrag mit großem Interesse aufgenommen.
(Organisation Gerda Lehmann, Fotos Andrea Welz)

Ergänzung zum Zoom-Vortrag: Besuch in der Staatsgalerie am 23.6.2021

“Mit allen Sinnen – Französischer Impressionismus“, in der Staatsgalerie Stuttgart.

Claude Monet: Felder im Frühling

Nachdem die Staatsgalerie nach langer Corona-Pause wieder Besucher ins Haus ließ, machten sich einige Teilnehmer des Zoom-Vortrags vom 29.4. auf den Weg nach Stuttgart, um diese wunderbaren Bilder nun endlich im Original anzuschauen!

Man kann sich heute kaum noch vorstellen, dass diese Art der Malerei, die in der Tat „alle Sinne“ anspricht, zur Zeit ihrer Entstehung als befremdlich angesehen wurde. Heute ist ihre Betrachtung reinster Genuss!
(Gerda Lehmann)

1. Video-Führung der Museumsfreunde Böblingen: mit ZOOM - durch die Staatsgalerie Stuttgart

“Mit allen Sinnen – Französischer Impressionismus“, in der Staatsgalerie Stuttgart.
Digitale Führung von Andrea Welz (2. März 2021)

Da der für den 2. März geplante Besuch in der Staatsgalerie pandemiebedingt leider ausfallen musste, war die digitale Führung der Kunsthistorikerin Andrea Welz eine gute Alternative: 23 Mitglieder und Gäste folgten Frau Welz via ZOOM durch diese hochkarätige Ausstellung von Werken des Impressionismus.

Eines dieser Werke, das Bild „Felder im Frühling“ von Claude Monet, wurde bereits 1906 vom Förderverein der Staatsgalerie erworben, zu einer Zeit also, als sich der Impressionismus noch nicht im Kunstmarkt etabliert hatte. Heute sei der Besitz dieses Bildes ein großes Glück für die Staatsgalerie, so Frau Welz, denn bei Preisen bis zu 80 Millionen Euro sei solch ein Werk für staatliche Museen  unerschwinglich.

Frau Welz
Frau Welz

Die Führung wurde sehr positiv aufgenommen und ist nun eine gute Basis für einen individuellen oder gemeinsamen Besuch der Ausstellung, in der dann all diese wunderbaren Bilder im Original erlebt werden können.
(Organisation Gerda Lehmann, Fotos Sabine Wowra und Ellen Lütgenau)