Berichte der letzten Fahrten

"Ins Licht gerückt: Künstlerinnen - Oberschwaben - 20. Jahrhundert"

Besuch im Museum Biberach am 12. Oktober 2020

Eine eine kleine Gruppe von Museumsfreundinnen besuchte die Ausstellung „Ins Licht gerückt: Künstlerinnen – Oberschwaben – 20. Jahrhundert“ im Museum Biberach. 
Der Kurator der Ausstellung, Herr Dr. Uwe Degreif, übernahm selbst die Führung. Anschaulich schilderte er seinen interessierten Zuhörerinnen die soziale und finanzielle Situation von Malerinnen im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert und öffnete ihnen die Augen für die Bedeutung dieser Kunst.
Montagsführungen wie diese – also Führungen an einem Tag, an dem das Museum im Übrigen geschlossen ist – sind ein spezielles Angebot des Museums Biberach für Senioren.

Zur Geschichte des Bauernkriegs: Neugier und Begeisterung

Böblinger Museumsfreunde auf dem Herrenberger Jerg-Ratgeb-Skulpturenpfad am 8. und 14.10.2020

Treffpunkt am „Zwickel“ vor dem Bahnhof Herrenberg. Bei coronabedingter Teilnehmerbegrenzung zwei ausgebuchte Führungen durch die Altstadt hindurch und den Schlossberg hinauf. Die Museumsfreunde Böblingen hatten eingeladen und Walter Grandjot, Mitbegründer des Jerg-Ratgeb-Skulpturenpfads, und Elena Hocke, Kunsthistorikerin und stellvertretende Leiterin der VHS, stellten mehr als 20 Kunstwerke vor. Sie sind in Erinnerung an den Maler entstanden, der vor 500 Jahren den Herrenberger Altar geschaffen hat, heute zentraler Schatz der Staatsgalerie Stuttgart. Ratgeb war einige Jahre Stadtrat in Stuttgart. Vergeblich sein Versuch, Frau und Kind von der Leibeigenschaft loszukaufen. Er schloss sich der Bauern-erhebung an, die für die Rechte der einfachen Leute eintrat. Die, die weder lesen noch schreiben konnten, machten ihn zu ihrem Schriftführer und Kanzler. Er musste es nach der verlorenen Schlacht zwischen Böblingen und Sindelfingen mit dem Tod durch Vierteilung in Pforzheim büßen.
Internationale und regionale Künstler von Lutz Ackermann bis Linde Wallner haben mit ihren Beiträgen das Schicksal dieses überragenden Künstlers thematisiert. Auch einige abstrakte Werke, die zunächst nicht für Herrenberg gemacht waren, sind in den wohl schönsten Skulp-turenpfad Württembergs aufgenommen worden. Betrachtet man sie im Zusammenhang mit Ratgeb, entfalten auch sie ihre starke Wirkung.
Wegen gesunkener Temperaturen sollte die Begehung nur zwei Stunden dauern. Doch erst die hereinbrechende Dunkelheit trieb die Kunst- und Geschichtsfreunde nach über drei Stun-den zum Bahnhof zurück. Organisator Konrad Heydenreich konnte sich über Neugier und Begeisterung seiner Exkursionsgruppe freuen. Kompetenz und lebendige Info der beiden Fachleute hatten diese ausgelöst. Der malerische Pfad in Herbststimmung vom Rathaus an der Kirche vorbei hinauf zum Turm des Schlosses prägte sich unvergesslich ein. Im Jahr 2025 wird er mit Sicherheit ein wichtiger Bestandteil der angestrebten Großen Landesausstellung „500 Jahre Bauernerhebung im Südwesten“.

Konrad Heydenreich