Oberschwaben im Doppelpack

By 16 August, 2025Dezember 4th, 2025Exkursion

Zur Landesausstellung zum Bauernkrieg 1524/25 in Schussenried und nach Biberach

Siebenunddreißig geschichtsinteressierte Teilnehmer der Museumsfreunde und der Kulturfahrten Böblingen waren an Bord, als wir zum Kloster Schussenried aufbrachen. Auf zwei Stockwerken präsentierte sich unter dem Motto „Uffrur! Utopie und Widerstand im Bauernkrieg 1524/25“ die mit rund 150 Exponaten bestückte Ausstellung. Präsentiert wurden so Flugschriften, Kunstwerke, Alltagsgegenstände, aber auch Waffen der damaligen Zeit und die Weißenauer Chronik, die Jacob Murer, Abt des Klosters Weißenau 1525 verfasste.

Außer der Führung bot sich auch die Möglichkeit, neben den klassischen Exponaten auf interaktiven Darbietungen die Geschichte des Bauernkrieges lebendig zu erleben.

Nach dem Mittagessen im nahe gelegenen Restaurant Klosterhof ging es zum zweiten Ziel unserer Fahrt: In das nicht weit entfernte Biberach zur Stadtführung. Die Geschichte Biberachs wurde uns in einer hervorragenden und kurzweiligen Art nahegebracht. Die Altstadt mit den Häusern einer vergangenen Epoche und dem Wahrzeichen, dem Weißen Turm, bot ein Bild, das den Reichtum einer vergangenen Zeit ahnen ließ, aber auch die Armut der Bevölkerung zeigte. Einst eine bedeutende, mächtige freie Reichstadt, berühmt für die Herstellung von Barchent, den Älteren bestimmt noch bekannt als Bettbarchent, Inlett oder Bettdrell, versank die Stadt in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges in Bedeutungslosigkeit. Erst durch die Ansiedlung von Pharma- und Maschinenbauindustrie in den letzten 50 Jahren wurde Biberach wieder zu einem gefragten Beschäftigungsort.

Den Abschluss der Stadtführung erlebten wir in der Besichtigung der Stadtpfarrkirche St. Martinus und Maria.

Cafés und Eisdielen boten danach fast mediterranes Ambiente. Nach einem Tag, bei dem der Wettergott ein Einsehen hatte und es nicht zu warm werden ließ, und mit neuen Eindrücken vom Bauernkrieg und von der Stadt Biberach, erreichten wir wieder wohlbehalten Böblingen.

Lucia Grandel