
20 Museumsfreunde folgten am 8.4.26 der Einladung von Gottfried Ringwald, das Französische Viertel in Tübingen zu erkunden. Die Stadtführerin Silke Amos führte uns 90 Minuten durch das städtebaulich interessante Viertel. Es liegt im Süden von Tübingen
Sein Name erinnert an die Kaserne der französischen Streitkräfte die 40 Jahre dort stationiert waren. Nach ihrem Abzug 1990 erwarb die Stadt das Kasernengelände zu einem sehr günstigen Bodenpreis. Sie verkaufte das Gelände an private Bauherrn. So finden sich im Französischen Viertel ganz unterschiedliche Bauten. Eine der Vorgaben war, Erdgeschoss für Handel und Gewerbe einzuplanen. So bietet sich ein buntes Nebeneinander an Geschäften und Gaststätten. Die zahlreichen Bauherrn sorgten für eine Vielfalt von Gebäuden mit Innenhöfen und Grünflächen. Es entstand eine Mischung von über 120 Gewerbebetrieben, Läden, Gastronomie, Handwerkern und Büros, vielen Studierenden, Menschen verschiedener sozialer Schichten, Herkünfte, alte und junge, arme und reiche. Dabei entstanden 1100 Wohnungen, ca. 2500 Einwohner , 150 Betriebe und 700 Arbeitsplätze. Die Kasernengebäude wurden erhalten, um Wohnraum zu schaffen für Familien und Studierende. Das Konzept einer autofreien Zone ist nicht aufgegangen. Leider gibt es zu wenig Parkplätze für die Bewohner und Besucher, Die zwei Parkhäuser mit 300 Parkplätzen reichen nicht aus. 3 Buslinien erschließen das Viertel . Ein Teil des dichten Wegnetze ist für Radfahrer und Fußgänger vorbehalten. Ein vorhandener Bach wird in das Quartier integriert. Die ehemalige Panzerhalle, ist jetzt ein überdachter Freiraum für Ballspiele und Ort der nachbarschaftlichen Begegnung. Die Bewohner werden mit Energie vom Blockheizkraftwerk versorgt. Es gibt auch Solardächer. alte Bäume wurden erhalten und neue Bäume wurden gepflanzt. Auf den vorhandenen Freiflächen haben die unterschiedlichen Architekten eine vielfältige Bebauung geschaffen. Die Gebäude unterscheiden sich im Stil, Materialien, Formen, Farbe, Fassadengestaltung und Begrünung. Seit 1993 leben in den sechs modernisierten Mannschaftsgebäuden über 500 Studenten. Viele junge Familien haben sich im Viertel eine Wohnung gekauft oder wohnen dort zur Miete.
Das Nebeneinander von Gewerbebetrieben und Wohnungen ist nicht unproblematisch, da die Anwohner Lärm und Emissionen ertragen müssen.
Siegfried H. Pöllmann




