aktuelle Berichte

Von Ratgeb bis Beuys – Passion und Auferstehung, Führung in der Staatsgalerie Stuttgart

am 12. März 2025

Drei Werke aus der Sammlung der Staatsgalerie zum österlichen Themenbereich waren der Anlass einer sehr kenntnisreichen Führung der Kunsthistorikerin Andrea Welz.

Die Entstehung des Herrenberger Altars (1519) fällt in die Zeit der Bauernunruhen. Ratgeb malte das Ostergeschehen in farbenfrohem, expressivem Stil, auch mit einigen provokanten Szenen. Deshalb verkauften die Herrenberger das Werk in den Jahren um 1900 nach Stuttgart, für 5000 Mark. Heute wäre es unbezahlbar.

Max Beckmanns großes Gemälde „Auferstehung“ entstand 1916 im Ersten Weltkrieg, Beckmann war als Soldat an der Front und litt psychisch sehr unter dem Krieg. Sein Gemälde thematisiert die Schrecken des Krieges. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man Motive, die auf die Auferstehung hinweisen.

Auch Beuys zeigt in seinen beiden Werken das Ostergeschehen mit kritischem Blick auf seine Zeit. So werden in seiner kleinen Installation „Kreuzigung“ (1962) Maria und Johannes durch Blutkonserven in Flaschenform dargestellt. Der „Friedenshase“ (1980), gefertigt aus einer eingeschmolzenen Zarenkrone, macht aus einem Symbol der Macht ein Symbol des Friedens.

Anschließend konnten wir uns im Restaurant „Plenum“ bei Kaffee und Kuchen noch etwas austauschen.

Gerda Lehmann

Tagesausflug nach Plochingen

am 19. Februar 2025

Bei schönstem Sonnenschein machten sich 25 Galerie- und Museumsfreunde und auf den Weg nach Plochingen, wo uns Frau Thielmann am Marktplatz zur historischen Führung durch die Stadt erwartete. 
Sie zeigte uns die Details der hübschen Fachwerkhäuser und erzählte uns vom bewegten Leben der Erbauer. Das Rathaus auf Säulen wurde nicht nur renoviert, sondern auch an anderer Stelle wieder neu aufgebaut. Es ziert nun den neu geschaffenen Marktplatz mit seinem überdachten Erdgeschoss. 
Dort wurde uns das Wandgemälde „ Vom guten Regieren“ des Leipzigers Künstlers Michael Thiel erläutert. 
Begeistert waren wir auch von der frühgotischen Ottilienkapelle, dem ältesten erhaltenen Gebäude in Plochingen. In der hellen, neu renovierten Stadtkirche St. Blasius auf dem Kirchberg lauschten wir dem kleinen Orgelkonzert vom Bezirkskantor Hr. Zaimis. 
Nach einem leckeren Mittagessen im „Grünen Baum“ suchten wir die Kunst im öffentlichen Raum auf. Frau Heizmann erläuterte uns die Skulpturen am Markt und in der Fußgängerzone sowie den eindrücklichen Marktbrunnen von Ulrich Nuss: Zwei Wasserwesen, die den Zusammenfluss von Fils und Neckar darstellen, mit den Themen die Plochingen prägen. Der Gang zu dem Hundertwasserquartier mit dem typischen Regenturm und zu „Les Toilettes“ von Tomi Ungerer führte uns zu den berühmten Attraktionen der Stadt. 
Zum Schluss besuchten wir noch den Dettinger Kulturpark,der auf dem Gelände der ehemaligen Steingießerei entstanden ist. Dort haben sich Künstler mit ihren Ateliers nieder gelassen. Wir hatten die Gelegenheit zwei Ateliers und ihre Künstler zu besuchen u.a. den Skulpturenkünstlers Wolfgang Thiel, auf dessen Frauenskulpturen man in Plochingen immer wieder trifft mit Wegweisern durch die Stadt.
Vor der Heimfahrt stärkten wir uns mit selbstgebackenen Kuchen im Café „Descha Wü“. 
Mit vielen interessanten Eindrücken kamen wir in Böblingen an. Diesmal konnten wir uns auf die S-Bahn verlassen. Dafür waren wir besonders dankbar, erwähnenswertes Detail!

Ruth Ringwald